Es gibt diesen einen Moment, in dem der Kopf abschaltet und der Körper übernimmt. Diesen Moment kenne ich nicht nur vom Malen, sondern von klein auf auch vom Eiskunstlaufen.
Ich benutze keinen Pinsel.
Ich tauche meine Haare in schwarze Farbe und schwinge meinen ganzen Oberkörper, sodass meine Haare im Bogen auf die Leinwand treffen. Kein Pinsel, keine Hand, kein Werkzeug zwischen mir und dem Bild. Nur meine Haare und die Bewegung meines Körpers.
Das Ergebnis: schwarze Schwünge, die kein Pinsel je so malen könnte. Jede Linie ist die Spur einer einzigen, unwiederholbaren Körperbewegung. Kein zweiter Versuch. Was in diesem einen Schwung entsteht, bleibt.
Bevor es so weit ist, gehen Wochen voraus. Ich lege Farbschichten an, im Atelier oder draußen in der Natur, oft mit Musik, die mir sagt, wohin das Bild will. Das ist die vorbereitete Seite. Kontrolle, Absicht, Ruhe.
Dann kommt der Moment, in dem ich all das loslasse und meinen Körper übernehmen lasse.
Diese Technik nenne ich BangPainting. Ich habe sie 2010 entwickelt. Sie ist bis heute mein Markenzeichen.
Das Einzige, was du tun musst: dich einlassen. Dir Zeit nehmen, mit dem Blick durchs Bild zu spazieren.
Warte. Es kommt noch mehr.
Nach einer Weile siehst du Dinge, die dir zuerst entgangen sind. Eine Farbe unter der Farbe. Eine Linie, die sich erst zeigt, wenn du lange genug hinschaust.
Ein Gedanke, der festhängt. Ein Gefühl, das du schon lange nicht mehr zugelassen hast. Du kennst das. Jeder kennt das.
Schon die alten Griechen wussten: In einem gesunden Körper lebt ein gesunder Geist. Hier bringst du deinen Körper in Bewegung. Meine Bilder bringen deine Gedanken in Bewegung. Beides gehört zusammen.
Du kennst das Gefühl, wenn du zu lange nachdenkst, bevor du handelst.
Die Entscheidung, die du seit Wochen vor dir herschiebst. Der Schritt, den du erst tust, wenn du aufhörst, ihn zu Ende zu planen.
So wie die Farbe erst dann ihren Platz findet, wenn ich loslasse, findest auch du deinen Weg oft erst dann, wenn du aufhörst, ihn bis ins letzte Detail zu kontrollieren.
Vielleicht ist das der Grund, warum dieser Raum genau hierher passt. Ein Ort, an dem Körper wieder lernen, sich zu bewegen. Und Bilder, die dasselbe mit deinem Kopf tun.
Originale, ausgestellt in den Räumen der Physiotherapie Reitmeier.










Jedes dieser Bilder ist ein Original. Es entsteht in einem einzigen, unwiederholbaren Moment und existiert danach genau einmal. Kein Druck, keine Kopie kann diesen Moment zurückholen. Mehrere kleinere Bilder wechseln sich im Laufe der Ausstellung ab — es lohnt sich, öfter vorbeizuschauen.
Damit du es dir vorstellen kannst — hier bekommst du beide Seiten davon.
Man sieht es zuerst als Bewegung. Eine Frau kniet am Boden. Keine Hände auf dem Bild. Kein Pinsel, kein Werkzeug, keine Verlängerung. Nur sie, und dann dieser Moment, wo der Oberkörper ausholt und der Kopf über der Leinwand kreist.
Man bleibt stehen. Man weiß noch nicht warum.
Wenn man näher kommt, sieht man es: die Haare sind nicht blond. Mehr als die Hälfte ist schwarz. Das ist keine Farbe, die ich trage. Das ist die Farbe, mit der ich male. Ich tauche die Haare in einen Eimer schwarzer Farbe, knie mich hin, hole aus, und dann trifft das Haar auf die Leinwand. Der Klang ist leise. Nicht laut, nicht scharf. Eher wie etwas Weiches, das auf etwas Hohles trifft.
Dann ziehe ich die Haare weg, schaue auf die Spur, die geblieben ist, und entscheide.
Es ist kein Denken. Es ist Lauschen.
Der Verstand arbeitet vorher. Er prüft die Farbkonsistenz, die Spannung der Leinwand. Aber in dem Moment, wo ich anfange, räume ich ihn weg. Er ist nicht der Schöpfer. Er ist der Assistent, der danach aufräumt.
Was dann kommt, kommt nicht als Worte. Es kommt als Bewegung. Ich bekomme ein Gefühl davon, wie der nächste Schlag sich einleitet. Und ich folge ihm, ohne zu werten, ohne zu korrigieren.
Nach jedem Schlag frage ich das Bild: Was brauchst du jetzt noch? Manchmal sagt es: mehr, von der anderen Seite. Manchmal sagt es: das war's. Kein Gespräch in Worten. Eher wie kochen ohne Uhr. Man riecht, man spürt, man weiß.
Vielleicht kennst du das aus deinem eigenen Leben. Diesen Punkt, an dem du einfach weißt, dass etwas fertig ist. Ohne es erklären zu können.
BangPainting ist keine Technik und kein Stil. Es ist ein Dialog. Und jedes Bild, das hier hängt, trägt genau diesen Dialog in sich. Wenn du davorstehst, stehst du nicht vor einem fertigen Produkt. Du stehst vor einem Moment, der genau einmal so stattgefunden hat.
Damit du dir vorstellen kannst, wie ein Bild bei dir wirkt, biete ich dir einen kostenlosen Service an: Schick mir ein Foto von deinem Raum, und ich setze das Werk virtuell hinein. So bekommst du sofort ein Gefühl dafür, wie es bei dir zuhause aussieht.
Lust, mehr von meiner Kunst zu entdecken?
Weiter auf bangpainting.comWenn eines der Bilder dich anspricht oder du einfach Fragen hast — melde dich persönlich bei mir. Ich freue mich auf jede Begegnung.
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